Bischofssynode "Ehe und Familie" 2014/2015

 

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Bischofssynode "Ehe und Familie" 2014/2015
Zusammenfassung der Rückmeldungen auf die Fragebögen im Bistum Dresden-Meißen

Ein herzliches Danke allen, die sich an der Beantwortung der Fragebögen zum Thema „Ehe und Familie“ beteiligt haben. Sie haben mit ihrem Engagement in aller Vielfalt zu einer aussagekräftigen Stimme unseres Bistums beigetragen.

Im Bistum Dresden-Meißen beantworteten von insgesamt 160 Rückmeldungen (fast doppelt so viele wie bei der ersten Umfrage) 140 Einzelpersonen, Paare, Gruppen oder Kreise den komprimierten Fragebogen des Bistums Dresden-Meißen, 20 setzten sich mit dem Original-Fragebogen des Vatikans auseinander.
Insgesamt wurde der Vatikanfragebogen durch seine sprachliche Komplexität als schwer verständlich beschrieben und kritisiert. Der überarbeitete Fragebogen zeigte sich für viele in seiner einfacheren Form und Sprache besser bearbeitbar. Jedoch wurde hier und da auch die vereinfachte Form noch als zu kompliziert rückgemeldet.
Im Blick auf die Altersstruktur kann man die Beteiligten in etwa 1/3 unter 50 Jahre und 2/3 über 50 Jahre einteilen.

Durchweg ist in den Rückmeldungen eine große Ernsthaftigkeit spürbar, sich fundiert in die Fragen und entsprechenden Zusammenhänge hineinzudenken und sich intensiv und persönlich auseinanderzusetzen. Entsprechend umfangreich ist die Datenmenge. Die inhaltlichen Aussagen weisen eine große Bandbreite auf, es zeigen sich aber in einzelnen Fragestellungen durchaus auch eindeutige Gewichtungen. Die Sammlung aller Rückmeldungen finden Sie hier.

Es sollen hier einige Grundlinien aus den Rückmeldungen insgesamt aufgezeigt werden:

1.    Es ist das Anliegen spürbar, dass Kirche im Blick auf Ehe und Familie positiv und ermutigend ansetzt, d.h. in Sprache und Verkündigung beides als attraktives Lebensmodell verdeutlicht und sich somit eine natürliche Anziehungskraft (neu) entfalten kann – ohne andere Formen abzuwerten.

2.    Es zeigt sich deutlich, dass Unterstützung von Kirche während der unterschiedlichen Lebensphasen von Paaren und Familien auf den verschiedenen Ebenen (Gemeinde, Dekanat, Bistum) in vielfältiger Weise gewünscht wird. Besonders häufig werden hier eine gute, zeitgemäße Ehevorbereitung, eine fundierte, kompetente Eheberatung in Krisenzeiten und Unterstützung im Blick auf Pflege im Alter genannt.

3.    Eine wichtige Hilfe und zugleich Anregung für die Zukunft wird in den verschiedensten Formen „interessierter, persönlicher, seelsorgerlicher Gespräche“ erlebt: Sei es mit anderen Paaren, Hauptamtlichen, Priestern, in Familienkreisen o.a. Für das Gelingen spielen die Fähigkeit zu Einfühlung in und Sensibilität für Familie in allen Lebenslagen eine wichtige Rolle.

4.    Eine „wertschätzende Willkommenskultur“, die ein familienfreundliches Klima schafft (angefangen von Kindern im Gottesdienst über die Einbeziehung von Eltern in die Katechesen bis zum Verständnis für Belastungen (Zeit!) von Familien), wird als Grundlage für eine wachsende Zugehörigkeit von Familien zur Gemeinde beschrieben.

5.    Es wird von Kirche durchaus eine öffentliche Stellungnahme zu den jeweiligen gesellschaftspolitischen Fragestellungen zu Partnerschaft, Ehe und Familie erwartet.

6.    Für konfessionsverbindende Ehen wird die Offenheit und Integrationsbereitschaft der Gemeinden vor Ort für den entsprechenden Partner von beiden Konfessionen als wichtige Unterstützung erbeten.

7.    Sehr differenziert und ausführlich wurde auf die Frage nach den Möglichkeiten für die Teilnahme wiederverheirateter Geschiedener am kirchlichen Leben eingegangen. Die Ansicht, dass auch eine Zulassung zu den Sakramenten ermöglicht werden soll, wird in der überwiegenden Mehrheit der Rückmeldungen zum Ausdruck gebracht.

8.    Die Ehe als Berufung und Sakrament ist für viele Menschen ein „Lebensmittel“, das ihnen im Alltag und auch in den herausfordernden Situationen des Lebens Kraft gibt. Dies wird in vielen Bildern beschrieben. Allerdings finden sich viele mit ihren wertvollen Erfahrungen kaum bis gar nicht in der theologischen Sprache kirchlicher Verlautbarungen wieder.

9.    Die Palette, was Menschen auf ihrem Weg unterstützend erlebt haben, ist sehr bunt. Sehr häufig genannt wurden: Vorbild der Eltern, Familienkreise, persönliche, seelsorgerliche Einzelgespräche, Ehevorbereitung, geistliche Gemeinschaften, Bildungs- und Beratungsangebote, Gemeinde vor Ort mit ihren Angeboten, u.a.m.

10.    Zusammenfassend lässt sich in den Rückmeldungen die besorgte Hoffnung feststellen: Kirche möge sich weniger als ausgrenzende, lebensfremde, defensive Frontlinie absichern und stattdessen mehr zum einladenden, Orientierung gebenden Lebensraum für die Menschen werden, in dem sie Unterstützung für ein gelingendes Leben erfahren und erleben, dass ihnen hier Gott nahe ist.



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